Einen Reißverschluss in einen Kissenbezug einzunähen ist genau das Detail, das einem selbst genähten Kissen eine professionelle Ausstrahlung verleiht. Wenn Sie nach „Reißverschluss Kissenbezug einnähen“ suchen, möchten Sie vor allem wissen, wie Sie einen sauberen Verschluss ohne wellige Nähte, klemmende Zähnchen oder sichtbare Fehler herstellen. Mit dem richtigen Reißverschluss, einem Reißverschlussfuß und ruhiger Arbeitsweise gelingt das auch gut, wenn Sie noch wenig Näherfahrung haben.
Ein Reißverschluss macht den Bezug abnehmbar und waschbar – praktisch bei Dekokissen, Sitzkissen und Kissen, die intensiv genutzt werden. Position des Reißverschlusses und gewählter Stoff bestimmen allerdings, wie einfach die Arbeit wird. Ein dünner Baumwollstoff verzeiht mehr als ein dicker Bouclé, Samt-Möbelstoff oder Kunstleder. Die Grundlage bleibt aber immer dieselbe.
Welchen Reißverschluss wählen Sie für einen Kissenbezug?
Für die meisten dekorativen Kissenbezüge ist ein normaler Spiralreißverschluss aus Kunststoff die beste Wahl. Er ist geschmeidig, leicht und bequem, wenn sich jemand an das Kissen lehnt. Wählen Sie vorzugsweise einen Reißverschluss, der 3 bis 5 cm kürzer ist als die Naht, in die Sie ihn einsetzen. Bei einem Kissenbezug von 45 x 45 cm können Sie zum Beispiel einen Reißverschluss von 35 bis 40 cm verwenden.
Ein längerer Reißverschluss ergibt eine breitere Öffnung. Das ist praktisch bei dicken Inletts, Schaumstofffüllung oder großen Loungekissen. Für ein normales Dekokissen ist ein Reißverschluss über fast die gesamte Unterseite meist nicht nötig. Ein kürzerer Reißverschluss lässt sich leichter verarbeiten und hält die Ecken des Bezugs besser in Form.
Verwenden Sie keinen schweren Metallreißverschluss, wenn er in der Sitz- oder Anlehnfläche liegt. Der Schieber kann spürbar sein und mit der Zeit Druck auf den Stoff ausüben. Setzen Sie den Reißverschluss in die untere Naht oder die Rückseite, bleibt das Kissen bequem und die Vorderseite sieht gepflegt aus. Für Außenkissen oder feuchte Räume wählen Sie besser einen Kunststoffreißverschluss, der nicht rostet. Achten Sie dabei auch auf einen Stoff, der für die Anwendung geeignet ist.
Zubehör zum Einnähen eines Reißverschlusses in einen Kissenbezug
Sorgen Sie dafür, dass Sie Stoff, Reißverschluss und Inlett bereits haben, bevor Sie beginnen. Messen Sie das Inlett nach, denn die tatsächliche Größe weicht manchmal vom Maß auf dem Etikett ab. Für ein schön volles Kissen schneiden Sie den Bezug meist 1 bis 2 cm kleiner zu als das Inlett. Bei festen Möbelstoffen genügt oft 1 cm kleiner. Bei weichem, dehnbarem Samt sollten Sie vorsichtig sein, da zu viel Spannung die Nähte belasten kann.
Am angenehmsten arbeiten Sie mit einer Nähmaschine, passendem Nähgarn, einem Reißverschlussfuß, Stoffschere oder Rollschneider, Stecknadeln oder Stoffklammern, einem Maßband und einem Nahttrenner. Stoffklammern sind vor allem bei dickem Material, Kunstleder und mehreren Lagen praktisch. Stecknadeln können in Kunstleder bleibende Löcher hinterlassen.
Wählen Sie ein Garn, das zum Gewicht des Stoffes passt. Für die meisten Möbelstoffe eignet sich starkes Polyester-Nähgarn hervorragend. Es ist strapazierfähig, leicht elastisch und geeignet für Bezüge, die regelmäßig geöffnet und gewaschen werden. Bei BLADI finden Sie neben Möbelstoffen auch professionelle Garne, Reißverschlüsse und Polsterbedarf, die gut zu solchen Projekten passen.
Methode 1: ein verdeckter Reißverschluss in der unteren Naht
Ein Reißverschluss in der unteren Naht ist die zugänglichste Methode für einen quadratischen oder rechteckigen Kissenbezug. Der Reißverschluss bleibt größtenteils unsichtbar, und Sie müssen keinen separaten Streifen oder komplizierten Verschluss anfertigen.
Stoff mit ausreichender Nahtzugabe zuschneiden
Schneiden Sie Vorder- und Rückenteil in der gewünschten Größe inklusive Nahtzugabe zu. Eine Nahtzugabe von 1,5 cm ist bei Möbelstoff angenehm: Sie haben genug Platz, um sauber zu nähen, und die Naht bleibt stabil. Markieren Sie an der Unterseite, wo der Reißverschluss hinkommt. Lassen Sie auf beiden Seiten des Reißverschlusses einige Zentimeter geschlossene Naht. Das hält die Ecken stabil und verhindert, dass der Reißverschluss bis in die Seitennaht läuft.
Zuerst die gesamte untere Naht nähen
Legen Sie die Stoffteile rechts auf rechts. Nähen Sie die untere Naht zuerst mit einem normalen Stich vollständig zu. Verwenden Sie in dem Bereich, in dem der Reißverschluss sitzt, vorzugsweise einen etwas längeren Stich, zum Beispiel 3 bis 3,5 mm. An den Enden dieses Bereichs gut verriegeln. Die Abschnitte neben dem Reißverschluss nähen Sie mit Ihrer normalen Stichlänge.
Dieser Schritt mag umständlich erscheinen, sorgt aber dafür, dass beide Teile exakt aufeinanderliegen bleiben. So erhalten Sie einen viel sauberer sitzenden Reißverschluss, als wenn Sie ihn direkt zwischen zwei lose Stoffkanten nähen.
Naht auseinanderbügeln und Reißverschluss positionieren
Bügeln oder pressen Sie die Naht auseinander, abgestimmt auf die Eigenschaften Ihres Stoffes. Bei Samt verwenden Sie wenig Druck und arbeiten am besten auf der Rückseite. Kunstleder und manche synthetischen Möbelstoffe dürfen nicht heiß gebügelt werden. Testen Sie im Zweifel zuerst an einem Reststück.
Legen Sie den geschlossenen Reißverschluss mit der rechten Seite nach unten auf die geöffnete Naht. Zentrieren Sie die Zähnchen genau auf der Nahtlinie. Fixieren Sie den Reißverschluss mit Klammern, Heftgarn oder einem kleinen Stück Textilklebeband, das für Stoffe geeignet ist. Prüfen Sie, ob sich der Schieber frei bewegen lässt, bevor Sie nähen.
Entlang beider Seiten des Reißverschlusses nähen
Setzen Sie den Reißverschlussfuß ein und nähen Sie entlang einer Längsseite des Reißverschlusses. Nähen Sie anschließend an der anderen Seite zurück. Nähen Sie oben und unten quer über den Reißverschluss, knapp außerhalb der Zähnchen, sodass eine saubere rechteckige Naht entsteht. Arbeiten Sie ruhig und halten Sie den Stoff flach. Ziehen Sie nicht am Reißverschluss, sonst kann die Naht Wellen werfen.
Öffnen Sie danach mit einem Nahttrenner den provisorischen Stich genau zwischen den beiden Quernähten. Gehen Sie vorsichtig vor: Sie möchten nur den Nähfaden lösen, nicht in das Reißverschlussband oder den Stoff schneiden. Ziehen Sie lose Fäden heraus und öffnen Sie den Reißverschluss. Die Öffnung ist nun fertig.
Die übrigen drei Seiten schließen
Öffnen Sie den Reißverschluss, bevor Sie die anderen Seiten zunähen. Das ist ein kleiner Schritt mit großer Wirkung: Ist der Reißverschluss geschlossen, können Sie den Bezug nach dem Wenden nicht mehr öffnen. Nähen Sie die drei übrigen Seiten rechts auf rechts. Verriegeln Sie Anfang und Ende gut, vor allem an den Ecken.
Schneiden Sie die Ecken schräg ab, ohne in die Naht zu schneiden. Wenden Sie den Bezug, drücken Sie die Ecken vorsichtig mit einem stumpfen Hilfsmittel heraus und stecken Sie das Inlett hinein. Eine spitze Schere oder Ahle ist dafür weniger geeignet, da Sie damit schnell durch den Stoff stechen.
Methode 2: Reißverschluss unter einem Überschlag
Soll der Reißverschluss überhaupt nicht sichtbar sein, ist ein Überschlag ein schöner Abschluss. Diese Methode erfordert etwas mehr Stoff und Messarbeit, ist aber ideal für luxuriöse Dekokissen, Samtbezüge und Kissen, deren Rückseite sichtbar bleibt.
Sie fertigen an einem Teil einen besonders breiten Saum an, der über den Reißverschluss fällt. Der Reißverschluss wird dann hinter diesem Überschlag festgenäht. Der Vorteil ist eine ruhige, hochwertige Optik. Der Nachteil ist, dass dicke Stoffe am Überschlag mehr Volumen ergeben. Bei grobem Bouclé oder Cord wirkt ein Reißverschluss in der unteren Naht daher oft schöner und weniger dick.
Arbeiten Sie mit einem Stoff mit Strich, Richtung oder Muster, achten Sie besonders auf die Platzierung. Samt hat zum Beispiel eine deutliche Strichrichtung. Schneiden Sie alle Teile in derselben Richtung zu, sonst können Vorder- und Rückenteil farblich unterschiedlich wirken. Bei Streifen oder großen Dessins muss das Muster zudem an der Reißverschlussnaht durchlaufen.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Ein welliger Reißverschluss entsteht meist, weil der Stoff beim Nähen gedehnt wurde oder das Reißverschlussband nicht flach lag. Verwenden Sie einen Reißverschlussfuß, fixieren Sie den Reißverschluss zuerst sorgfältig und lassen Sie den Transporteur der Maschine die Arbeit machen. Bei dehnbaren Stoffen hilft es, die Naht zuerst mit einem schmalen Verstärkungsstreifen zu stabilisieren.
Klemmt der Schieber, prüfen Sie, ob Sie zu dicht an den Zähnchen genäht haben. Mit einem Reißverschlussfuß nähen Sie dicht am Reißverschluss entlang, die Nadel darf die Zähnchen aber nicht treffen. Testen Sie den Reißverschluss nach dem Annähen jeder Längsseite. So entdecken Sie ein Problem, bevor der ganze Bezug fertig ist.
Auch zu wenig Nahtzugabe verursacht Probleme. Der Stoff kann dann in den Reißverschluss gezogen werden oder unter Spannung ausreißen. Vor allem bei schweren Möbelstoffen, Kissen mit Schaumstoff oder Bezügen, die häufig abgenommen werden, sind eine solide Nahtzugabe und gutes Polyestergarn kein überflüssiger Luxus.
Ein letzter Punkt ist die Länge der Öffnung. Passt das Inlett nur knapp durch den Reißverschluss, belasten Sie Nähte und Schieber bei jedem Befüllen. Wählen Sie lieber einen etwas längeren Reißverschluss als eine zu enge Öffnung. Das erleichtert das Einlegen des Kissens und verlängert die Lebensdauer Ihres sorgfältig genähten Bezugs.