Martindale bei Möbelstoffen richtig verstehen
Der Martindale-Wert beschreibt die Abriebfestigkeit eines Stoffes unter standardisierten Prüfbedingungen. Ein höherer Wert bedeutet grundsätzlich eine höhere Beständigkeit gegen Reibung, ist aber keine Garantie für Fleckschutz, Kratzfestigkeit, Farbechtheit oder die gesamte Lebensdauer eines Möbelstoffes.
Was wird geprüft?
Bei der Martindale-Prüfung wird ein Stoff wiederholt gegen ein definiertes Abriebmaterial bewegt. Das Ergebnis wird als Anzahl der Scheuertouren angegeben, die der Stoff unter den jeweiligen Prüfbedingungen erreicht.
Den Wert zur Anwendung passend beurteilen
Für dekorative Anwendungen ist eine andere Belastbarkeit erforderlich als für täglich genutzte Sofas, Esszimmerstühle oder Objektmöbel. Verwenden Sie den Martindale-Wert deshalb zusammen mit den technischen Angaben und der vorgesehenen Nutzung der konkreten Qualität.
Martindale ist nicht alles
Pilling, Reißfestigkeit, Nahtschiebewiderstand, Farbechtheit, Pflege und Webstruktur sind separate Eigenschaften. Ein Bouclé mit hoher Abriebfestigkeit kann beispielsweise durch offene Schlingen dennoch anfälliger für Hängenbleiben sein. Samt kann durch Flor und Licht sichtbare Richtungsunterschiede zeigen, ohne technisch verschlissen zu sein.
Für Ihr Projekt auswählen
Prüfen Sie bei häufig genutzten Möbeln neben der Abriebfestigkeit auch Reinigung, Struktur und Pflege. Für Haustiere kann eine kompakte Webstruktur sinnvoll sein. Für gewerbliche oder öffentliche Bereiche können zusätzlich Brandschutz- oder andere Projektnormen gelten.
Vergleichen Sie daher nicht nur Zahlen, sondern die vollständigen Produktspezifikationen. Ein Stoffmuster hilft zusätzlich, Haptik, Struktur und Farbe zu beurteilen.