Keder für Polsterarbeiten selbst herstellen
Ein Keder – auch Paspel genannt – besteht aus einem Stoffstreifen, der um eine Kederschnur gelegt und dicht an der Schnur vernäht wird. Er betont die Konturen von Kissen und Möbeln und kann zugleich Nahtkanten sauber abschließen.
Material auswählen
Sie benötigen Möbelstoff, Kederschnur, geeignetes Nähgarn und eine Nähmaschine mit Reißverschluss- oder Paspelfuß. Die Schnurstärke sollte zur Stoffdicke und zum Möbel passen. Bei Kunstleder sollten Nadel und Stichlänge zuerst an einem Reststück getestet werden, da Einstiche sichtbar bleiben können.
Stoffstreifen zuschneiden
Für Rundungen werden Streifen häufig schräg zum Fadenlauf zugeschnitten, damit sie sich leichter formen lassen. Für lange gerade Kanten kann je nach Stoff auch ein gerader Zuschnitt funktionieren. Die Streifenbreite richtet sich nach Schnurdicke, Stoffstärke und benötigter Nahtzugabe.
Keder nähen
Legen Sie die Schnur mittig auf die linke Stoffseite, falten Sie den Streifen darum und nähen Sie mit dem passenden Fuß möglichst gleichmäßig nahe an der Schnur. Ziehen Sie Stoff oder Schnur beim Nähen nicht unnötig. Verbinden Sie mehrere Streifen möglichst so, dass keine harte Verdickung entsteht.
Rundungen und Ecken
Bei Rundungen können kleine Einschnitte in der Nahtzugabe helfen; schneiden Sie niemals bis in die Naht. Arbeiten Sie an Innen- und Außenecken langsam und testen Sie die Technik bei dicken Stoffen zunächst an einem Probestück.
In die Polsterung einnähen
Legen Sie die offene Kante des Keders bündig auf die rechte Seite des ersten Stoffteils und nähen Sie entlang der Kederschnur. Legen Sie anschließend das zweite Stoffteil rechts auf rechts darauf und folgen Sie beim Nähen der ersten Naht. Kontrollieren Sie regelmäßig, dass der sichtbare Keder gleichmäßig bleibt.